Römische Kastelle im Hochwald

Uedem ist Teil des Weltkulturerbes Niedergermanischen Limes

Die Unesco hat den Niedergermanischen Limes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches als neues Welterbe ausgezeichnet. Das hat die UNESCO am Dienstag bei einer Sitzung in Fuzhou/China entschieden. Für diese Erweiterung der UNESCO-Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches“ stellen die Übungslager im idyllisch gelegenen Hochwald mit ihrer obertägig erfahrbaren Originalsubstanz Bodendenkmäler von herausragendem Wert dar, auch über das Rheinland hinaus.

Die römische Armee war berühmt für ihre Pionierleistungen. Selbst Gegner Roms bezeugen die unglaubliche Schnelligkeit und Präzision, mit der die Legionen aus dem Marsch heraus ein befestigtes Lager anlegen konnten. Entlang des antiken Rheinufers reihen sich die Standorte des niedergermanischen Limes auf einer Länge von ca. 385 km einer Perlenkette gleich auf. Neben den wichtigsten römischen Legionslagern Bonna/Bonn, Novaesium/Neuss und Vetera/Xanten finden sich hier noch zahlreiche bauliche Relikte wie Klein- und Hilfstruppenkastelle.


An keinem Ort im römischen Reich kann man die dahinterstehende Ausbildungspraxis so gut erfahren, wie im Uedemer Hochwald. Hier haben sich obertägig die Wälle von 13 Manöverlagern erhalten, die einen einzigartigen Einblick in die Manövertätigkeit der römischen Armee bieten. Diese Übungslager sind erst in jüngster Zeit durch den Einsatz von moderner Luftbildarchäologie und geophysikalischer Prospektionsmethoden entdeckt worden und liefern einen spannenden Einblick in die antike Militär- und Lagerarchitektur.

Dank einer vorbildhaften Mitwirkung des Staatsforstes NRW konnten für die Übungslager im Hochwald schon unmittelbar nach deren Entdeckung erste Erhaltungsstrategien im Rahmen der Forstwirtschaft umgesetzt werden. Dabei wurden Rückegassen mit Rücksicht auf den Verlauf der Lagerwälle verlegt, um Beschädigungen durch Erntemaschinen auch in Zukunft zu vermeiden.