Mundartgruppe

Ansprechpartner für die Mundartgruppe: Mechtild Scharfschwerdt

Im September 1981, als es noch den Plauderfrühschoppen gab, bat der Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins Franz Bremers, sich gemeinsam mit interessierten Uedemer Bürgern dem Thema „Pflege von Mundart und Brauchtum“ zu widmen. Ein rundes Dutzend kam zwei Monate später zusammen und stellte verblüfft fest, wie interessant und vielfältig ein Schritt in unsere jüngste Vergangenheit sein kann, wenn man das „tägliche Leben der Uedemer“ und unser Üms Platt näher betrachtet.

Zunächst galt es, in die Vielfalt der möglichen Betätigungsgebiete Ordnung zu bringen. So bildete man Themenkreise mit entsprechenden Überschriften, wobei natürlich alle Ortsteile des heutigen Uedems berücksichtigt wurden.

Die vorläufigen Themen, mit denen man sich beschäftigen wollte, waren die Folgenden:

1. Flächenplan Uedems mit noch bekannten alten Straßennamen

2. Bilderbuch „Alt Uedem, Keppeln, Uedemerfeld und Uedemerbruch“

3. Karneval und Sammlung alter Büttenreden

4. Typisches Brauchtum, originelle „Döntjes“

5. Arbeit und altes Werkzeug

Schon bald galt der erste Montag im Monat als Treffpunkt der Mundartgruppe in der Gaststätte „Zum Mühlentor“ bei „Mutt Bremers“. Neben vielen Abenden des Klönens und Witzeerzählens wurden bei der Arbeit der Mundartgruppe auch greifbare Resultate erwirkt. Allen voran die Bücher-Trilogie: Im ersten Band „Wet gej noch, wij’t frugger was“ wird in alten Bildern das Leben unserer Stadt im Zeitraum von ältester Photographie bis Ende des Zweiten Weltkrieges, jedoch vor der Zerstörung Uedems geschildert.

Im zweiten Band „Uem – frugger on vandaag“ wird auf jeder aufgeschlagenen Doppelseite eine genaue Gegenüberstellung von Gewesenem und Heutigem, am Beispiel von Straßen und Baulichkeiten, Arbeit und Broterwerb, Aufgabenerfüllung und Lebensempfindung gezeigt – und dies immer wieder aus Uedem, Keppeln, Uedemerbruch und Uedemerfeld.

Im dritten Band „Bräuche, Sitten und Regeln im Jahresablauf am unteren Niederrhein“ wird der große Reichtum an Nennenswertem und Erhaltenswertem aus früherer Zeit, an Bräuchen, Sitten und Regeln, in erzählenden Schilderungen und illustrierenden Bildern festgehalten.

Die Mundartgruppe steht außerdem in engen Kontakt zur Gemeindeverwaltung, um sich einzubringen bei Namensgebungen von Straßen und Plätzen, beim Erforschen jüngerer geschichtlicher Hintergründe und historischer Standorte wie zum Beispiel die der Stadttore Uedems. Nicht zu vergessen ist die Sammlung von alten Maschinen und Werkzeugen für die handwerkliche und industrielle Herstellung von Schuhen, wie sie im Schusterstädtchen Uedem beheimatet war und heute noch in einem kleinen Museum in der Hohen Mühle zu sehen ist. Erwähnenswert ist sicher auch, dass die Damen in mehreren Gruppen das Uedemer Platt gelehrt und weitergegeben haben.

Die Freude an der Arbeit kam nicht zu kurz – hier sei an die Mundartnachmittage und –Abende erinnert, die in Uedem und Uedemerbruch einem zahlreichen Publikum geboten wurden. Im Großen Historischen Festzug durch Uedem im Jahre 1994 wurden die Uedemer Originale dargestellt, die im ersten 1. Buch beschrieben wurden.